Der Hypnotiseur

Lars Kepler
Der Hypnotiseur
Eder & Bach 2019
399 Seiten
ISBN 978-3-945386-62-0
Vorweg: Das Buch ist spannend – trotz seines Umfangs. Am Anfang stehen die brutalen Tötungen einer ganzen Familie. Nur der Sohn überlebt, allerdings lebensgefährlich verletzt. Vermutlich hat er den Täter gesehen, doch er liegt im Koma. Deshalb wird der Arzt und Hypnose-Spezialist Erik Maria Bark gerufen. Widerwillig lässt er sich darauf ein, den Jungen zu hypnotisieren, um mehr Informationen zu bekommen. Doch er ahnt nicht, was er damit auslöst.
So im Nachhinein betrachtet, ist die Geschichte eigentlich ziemlich schnell zusammengefasst (ja, es gibt schon noch ein paar mehr Erzählstränge), und ich frage mich gerade, was auf den über 600 Seiten der Originalausgabe eigentlich sonst noch alles steht. 😉 Aber im Ernst: Es gibt einen völlig durchgeknallten Mörder, der Erik Maria Bark umbringen will. Dazu wird dessen Sohn Benjamin entführt. Derselbe Täter? Oder kann so etwas wirklich Zufall sein?
Dann gibt es natürlich noch die privaten Probleme des Arztes und einen Ermittler, von dem ich zunächst dachte, dass er die Hauptfigur des Buches wäre. Immerhin ist es der erste Band einer Reihe um Kriminalkommissar Joona Linna. Doch er wirkt hier eher wie eine Nebenfigur – nicht unwichtig, aber eben nicht der Star des Buches.
Trotz der durchweg vorherrschenden Spannung lässt sich allerdings nicht so einfach über manche Unglaubwürdigkeiten hinweglesen. Der Mörder ist für mich in dieser Form nicht wirklich überzeugend. Es ist einfach zu viel. Man könnte meinen, er wäre das Gegenstück eines Superhelden. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen.
Auch das Ende finde ich schlicht überzogen. Das grenzt ja schon fast an ein Splattermovie. Auch hier gilt: weniger wäre definitiv mehr gewesen.
Also alles in allem nicht wirklich schlecht, aber für meinen Geschmack zu häufig zu übertrieben und dadurch unglaubwürdig. Vielleicht werden die Folgebände ja besser.


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