Kategorie: Erzählung/en

Eine Liebeserklärung an die Frauen

Cover Von Männern, die keine Frauen haben von Haruki Murakami

Haruki Murakami
Von Männern, die keine Frauen haben
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
btb 2016
254 Seiten
ISBN 978-3-442-71425-4

Dieser Band umfasst sieben Erzählungen, die alle ein Thema haben: Wie Männer leiden ohne Frauen. Meist wurden sie zurückgelassen und versuchen, damit zurecht zu kommen – nicht immer mit Erfolg. Während der Eine mit den Folgen seiner Empathie- und Liebesunfähigkeit zu kämpfen hat, sind für einen Anderen seine Gefühle praktisch lebensgefährlich.

Überraschend und originell finde ich Kafkas Geschichte um Gregor Samsa aus der anderen Perspektive: Käfer wird zu Mensch. Auch hier geht ohne Frauen nichts; schon gar nicht, wenn sie vielleicht Erinnerungen an das vorherige Leben wecken 😉

Eigentlich wirken die Texte ziemlich nüchtern und sachlich trotz des recht emotionalen Themas. Doch je weiter man in den Geschichten vorankommt (die meist ca. 30 Seiten lang sind), beschleicht einen das Gefühl, dass da etwas im Hintergrund lauert; dass das Eigentliche erst noch kommt. Diese Erzählungen zeigen, zwar in ungewohnter Art und Weise, wie verloren Männer ohne Frauen sind. An Manche werde ich mich sicherlich noch länger erinnern 😉

Zehn spannende, humorvolle und überraschende Geschichten

Cover In Irland gibt es keine Schlangen von Frederik Forsyth

Frederick Forsyth
In Irland gibt es keine Schlangen
Aus dem Englischen von Rolf und Hedda Soellner
Knaur 1984
320 Seiten
ISBN 3-426-01182-4

Frederick Forsyth ist hauptsächlich als Autor von Thrillern wie ‚Der Schakal‘ oder ‚Der Rächer‘ bekannt, doch auch die Form der Erzählung beherrscht er gut. In zehn wirklich sehr unterschiedlichen Geschichten erzählt er von Menschen, die aus der Not heraus verblüffende, teilweise nicht legale Entscheidungen treffen oder die aus niedrigen Beweggründen Illegales tun, was zu einem für sie nicht erwartbaren, meist unerfreulichem Ergebnis führt.

Die Betroffenen sind beinahe alle völlig normale, durchschnittliche Bürger, die fast immer ohne ihr eigenes Zutun in unschöne Situationen geraten. Doch mit einer gewissen Schlitzohrigkeit (die auch vor Mord nicht zurückschreckt) finden sie einen Weg aus dem Schlamassel.

Alle Erzählungen sind überraschend und enden in gewisser Weise gerecht, wenn auch nicht immer im Sinne des Gesetzes. Doch wir Lesende werden vermutlich bei jedem Schluss mit dem Kopf nicken und denken: ‚Wenn es doch nur immer auf der Welt so zugehen würde!‘ und uns vielleicht wünschen, selbst auf die eine oder andere gute Idee zu kommen.