Kategorie: Bilderbücher

Aber das Leben geht weiter

Cover Die besten Beerdigungen der Welt von Ulf Nilsson und Eva Eriksson

Ulf Nilsson, Eva Eriksson
Die besten Beerdigungen der Welt
Aus dem Schwedischen von Ole Könnecke
BELTZ & Gelberg 2012
36 Seiten
ISBN 978-3-407-76114-9

Wie bringt man Kindern bei, was der Tod bedeutet? Vielleicht mit diesem wundervollen Büchlein, das gerade mal knapp 40 Seiten umfasst. Drei Kindern, ca. 4, 6 und 8 Jahre alt, ist es langweilig, bis sie auf die Idee kommen, Tiere zu beerdigen. Eine tote Hummel ist die erste Begrabene. Ester, die Älteste, gräbt das Loch, der Ich-Erzähler schreibt ein Gedicht („Ein kleines Leben in der Hand, plötzlich weg, tief, tief im Sand“) und Putte, Esters kleiner Bruder, ist für das Weinen zuständig. Sie säen Samen von Blumen aus und stellen auch ein Kreuz auf. Völlig begeistert von der Idee machen sie sich auf die Suche nach weiteren Toten und werden auch schon bald fündig: Mäuse aus der Falle, ein überfahrenes Kaninchen, ein Hamster aus der Nachbarschaft, drei tote Heringe aus dem Kühlschrank und eine Amsel, die vor ihren Augen stirbt. Bevor sie begraben werden, werden sie noch getauft auf so schöne Namen wie Paula Antonia oder Schweinchen Dick.

Die Drei gehen so unverkrampft mit dem Tod um, dass es eine wahre Freude ist. Selbst der kleine Putte, der zuvor noch überhaupt keine Ahnung hatte und erst einmal weint als er zu verstehen beginnt, ist halbwegs getröstet, als Ester ihm versichert, dass er erst als alter Mann sterben muss (und dann auch seine Kuscheldecke, Teddy, Kekse, Saft und Kuchen mitnehmen darf).

Auch die Bilder sind wunderschön. Alles ist sehr farbenfroh und zart gezeichnet und die Charaktere der Kinder sind toll wiedergegeben. Ein kleines Büchlein zum Lachen und Freuen mit einem ernsten Thema – einfach klasse!

Ein wunderbarer Comic für Gross und Klein!

Cover Manno! von Anke Kuhl

Anke Kuhl
Manno!
Klett Kinderbuch 2020
136 Seiten
ISBN 978-3-95470-218-3

Anke Kuhl, Illustratorin vieler wunderbarer und schöner Kinderbücher, hat mit ‚MANNO!‘ einen herrlichen Comic über ihre eigene Kindheit verfasst. Aufgewachsen in den 70ern gemeinsam mit einer etwas älteren Schwester, wird hier ein Stück (fast) heile Welt heraufbeschworen, die nur selten durch mittlere und kleine Katastrophen ins Wanken gebracht wird. Und selbst die sind (zumindest im Rückblick) häufig genug Anlass zum Lachen (ich schreibe da nur: Freischwimmer 😁).

Sehr realitätsnah wird das Familienleben mit der großen Schwester in 18 kleinen Geschichten beschrieben, das meist harmonisch wirkt und unter anderem durch gelegentlichen Geschwisterzoff gestört wird, der jedoch nicht lange anhält (herrlich: der Klobürstenkampf).

Obwohl Anke Kuhl ihre Figuren nicht allzu detailliert zeichnet, sind sie unverwechselbar. Hingegen sind die einzelnen Bilder voller Details, die typisch waren für die damalige Zeit: das Wählscheibentelefon im Krankenhaus, die Fensterkurbel im Auto, die Wohnzimmereinrichtung. Erwachsene im ähnlichen Alter wie die Autorin werden Vieles vermutlich wiedererkennen und in Erinnerungen schwelgen 😉.

Aber auch Kinder werden mit den Geschichten sicherlich ihr Vergnügen haben. Vieles von dem, was Anke damals erlebte, dürfte ihnen auch bekannt sein: die Angst vor großen Hunden, die Liebe zu den Großeltern, der Streit mit der Schwester. Dazu die fröhlichen bunten Bilder, die einige der nicht so schönen Dinge so überzogen darstellen, dass sie schon wieder lustig wirken und den Geschichten ihren Schrecken nehmen.

Ein durchweg richtig schönes Buch zum immer wieder Anschauen für Jung und Alt!