Afrika hinter dem Zaun

Bart Moeyaert und Anna Höglund
Afrika hinter dem Zaun
Aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler
Carlsen 1999
30 Seiten
ISBN 978-3-551-51495-0
In einer Straße, in der die Häuser und Gärten aussehen, als wären sie nach demselben Bauplan entstanden, wohnt Désirée. Sie stammt aus Kamerun und baut sich eines Tages im Garten eine Lehmhütte, die sie an ihre Heimat erinnert. Die Nachbarn finden das offenbar befremdlich, nur der kleine Junge von nebenan interessiert sich dafür und macht sich seine eigenen Gedanken über Afrika.
Die Geschichte lebt vom Gegensatz zwischen der gleichförmigen Siedlung und Désirées ungewöhnlichem Garten. Während die Erwachsenen offenbar lieber bei ihrer gewohnten Ordnung bleiben, lässt sich der Junge auf das Fremde ein. Das ist ein schöner Ansatz, ebenso wie die Idee, dass ein Mensch seine Heimat vermissen kann und sich ein Stück davon in die neue Umgebung holt.
Ganz überzeugt hat mich das Buch allerdings nicht. Die Sprache ist einfach und in kurzen Sätzen gehalten, was zur Erzählperspektive eines Kindes passt. Trotzdem klingt der Erzähler für mich immer wieder erstaunlich erwachsen. Die farbenfrohen, fast comicartigen Illustrationen passen gut zum Text, auch wenn ich die Figuren aus der Nähe teilweise etwas künstlich finde.
Und dann ist da noch das Afrika-Bild, das der Junge entwickelt, obwohl er eigentlich kaum etwas darüber weiß. Soll die Geschichte zeigen, wie schnell wir uns unsere eigene Vorstellung von etwas Fremdem zurechtlegen? Oder soll sie vor allem dazu anregen, andere Lebensweisen zu akzeptieren? Beides wäre denkbar, aber für mich bleibt die Aussage etwas unklar. So bleibt ein Bilderbuch mit einem interessanten Ausgangspunkt, das mich letztlich nur teilweise überzeugen konnte.


Neueste Kommentare