Sie wird dich finden

Freida McFadden
Sie wird dich finden
The Housemaid #3
Aus dem Amerikanischen von Astrid Gravert und Christina Hackenberg
Heyne 2024
428 Seiten
ISBN 978-3-453-44276-4
So, das war mein zweiter und definitiv letzter Versuch mit Freida McFadden. Egal, wie viele begeisterte Bewertungen ihre Bücher bekommen – ich muss wohl akzeptieren, dass ihre Art zu erzählen und ich keine gemeinsame Zukunft haben werden.
„Sie wird dich finden“ ist der dritte Band um Millie, die inzwischen glücklich verheiratet ist und mit ihrem Mann Enzo und der kleinen Tochter nach Long Island zieht. Das neue Zuhause liegt in einer ruhigen, gepflegten Gegend. Allerdings dauert es nicht lange, bis diese Idylle erste Risse bekommt: Eine Nachbarin scheint Millie zu beobachten, eine andere hat offenbar ein besonderes Interesse an Enzo und auch die neue Haushaltshilfe verhält sich merkwürdig. Und natürlich stellt sich die Frage, ob jemand aus Millies Vergangenheit weiß, wo sie inzwischen lebt.
Die erste Hälfte des Buches lebt vor allem von der Frage, wer hier eigentlich was im Schilde führt. Potenziell verdächtig ist praktisch jede Person, der Millie begegnet, und anfangs funktioniert dieses Spiel mit dem Misstrauen auch ganz gut. Irgendwann hätte ich mir allerdings etwas mehr gewünscht als die ausführliche Beschreibung von Tagesabläufen und immer neuen kleinen Merkwürdigkeiten.
Wirklich etwas passiert dann erst deutlich später – ungefähr bei der Hälfte des Buches. Danach nimmt die Geschichte zwar spürbar Fahrt auf und es entsteht tatsächlich Spannung, aber dafür muss man einige ziemlich große Abstriche bei der Glaubwürdigkeit machen.
Besonders die Polizei trägt ihren Teil dazu bei. Dass ausgerechnet die Personen, die Millie nahestehen, die Situation halbwegs vernünftig einschätzen können, während die Ermittler teilweise erstaunlich wenig auf die Reihe bekommen, wirkt doch sehr konstruiert. Wenn eine Verletzung nicht einmal vernünftig eingeordnet werden kann, ist die Grenze zwischen spannendem Thriller und „Das soll jetzt wirklich funktionieren?“ für mich überschritten.
Auch sonst sollte man keine allzu realitätsnahe Handlung erwarten. Die Auflösung ist ziemlich weit hergeholt und rückblickend wirkt manches eher darauf ausgerichtet, einen möglichst überraschenden Effekt zu erzielen, als eine wirklich schlüssige Geschichte zu erzählen.
Wer bereit ist, solche Ungereimtheiten großzügig zu übersehen, bekommt immerhin eine leicht lesbare und stellenweise durchaus spannende Lektüre. Für mich reicht das allerdings nicht. Der lange Anlauf, die zahlreichen konstruierten Zufälle und die wenig überzeugende Auflösung haben letztlich dafür gesorgt, dass es bei diesem zweiten Versuch mit Freida McFadden bleiben wird.


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