Darkly

Marisha Pessl
Darkly
Aus dem amerikanischen Englisch von Katrin Segerer und Jennifer Michalski
Insel 2026
473 Seiten
ISBN 978-3-458-64595-5
Dia ist kein typischer Teenager: Sie spielt Backgammon, liebt Stickkissen, trägt Faltenröcke und verbringt ihre Nachmittage im Antiquitätenladen ihrer Mutter; ihre zwei liebsten Menschen sind über 75 Jahre. In ihrer altmodischen, ruhigen Welt verehrt sie vor allem eine: Louisiana Veda, die geniale Gründerin der Brettspielfirma Darkly, die vor 39 Jahren starb und deren rätselhafte Spiele noch heute als Kunstwerke gelten — Originale werden für Millionen gehandelt.
Als die Louisiana-Veda-Stiftung sieben Sommerpraktikantinnen und -praktikanten sucht, bewirbt sich Dia sofort. Hunderttausende konkurrieren — und Dia gehört wider Erwarten zu den Auserwählten. Sie fliegt nach London, doch was sie dort erwartet, ist kein ruhiges Büropraktikum, sondern das größte und gefährlichste Abenteuer ihres Lebens: gemeinsam mit sechs anderen jungen Menschen muss sie ein Rätsel lösen, bei dem möglicherweise das Leben auf dem Spiel steht.
Die Geschichte ist wirklich richtig spannend — und das liegt zu einem guten Teil daran, dass die Natur der Darkly-Spiele bewusst im Ungewissen gehalten wird. Alles wirkt mysteriös, hinter jeder Ecke scheint ein weiteres Geheimnis zu lauern. Dieser Kunstgriff funktioniert ausgezeichnet: Man liest weiter, nicht nur weil man wissen möchte, was als Nächstes passiert, sondern auch, weil man Louisiana Veda und ihre Spiele besser verstehen möchte.Ja, manches mag etwas überzogen wirken — eine 17-Jährige, die plötzlich massiv über sich hinauswächst und Gefahren meistert, die vorher undenkbar waren. Aber die Geschichte ist so gut erzählt, dass man bereitwillig über diese kleinen Schwächen hinwegliest.
Was wirklich herausragt, ist die Aufmachung des Buches. Schon der Umschlag wirkt düster und mysteriös — ganz so wie alles, was sich um Louisiana Veda dreht. Der gesamte Buchschnitt ist bedruckt: geheimnisvolle Motive, passend zum Cover. Zwischen den Kapiteln finden sich immer wieder eingestreute Dokumente aus Louisianas Leben — Briefe, Zeitungsausschnitte, Anwaltsschreiben — die das Ganze ungemein auflockern und lebendig machen. Eine insgesamt wirklich tolle Aufmachung, die das Leseerlebnis deutlich bereichert.


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