Goodbye, Honeysuckle

Tayari Jones
Goodbye, Honeysuckle
Aus dem amerikanischen Englisch von Britt Somann-Jung
Arche 2026
448 Seiten
ISBN 978-3-7160-0045-8
Zwei junge Schwarze Frauen, von Kindesbeinen an eng befreundet, wachsen in den von Rassismus und Armut geprägten 1950er- und 1960er-Jahren im ländlichen Louisiana auf. Was Niecy und Annie verbindet: Beide haben keine Mutter mehr. Niecys Mutter wurde von ihrem Mann erschossen, Annies Mutter verschwand einfach und ließ ihre Tochter bei der Großmutter zurück. Während Niecy den Verlust betrauert, treibt Annie der Wunsch an, ihre Mutter wiederzufinden.
So gehen ihre Wege irgendwann auseinander: Niecy ergattert einen der begehrten Studienplätze am Spelman College in Atlanta, Annie zieht nach Memphis, in der Hoffnung, dort ihre Mutter aufzuspüren. Obwohl sich ihre Lebenswege immer weiter voneinander entfernen, bleibt die Verbindung zwischen ihnen bestehen. Jede ist für die andere der wichtigste Mensch im Leben – trotz eigener Liebesgeschichten schreiben sie sich regelmäßig Briefe. Dann geschieht etwas Schreckliches, und die beiden finden wieder zueinander.
Es ist eine wirklich schön und humorvoll erzählte Geschichte mit wunderbaren Bildern, die mir manchmal aber fast etwas zu viel waren. Zwar geht es auch um die gesellschaftlichen Verhältnisse jener Zeit, doch eindeutig stehen die Lebensgeschichten von Niecy und Annie im Vordergrund. Der alltägliche Rassismus, die Brutalität und die Rücksichtslosigkeit, denen die Schwarze Bevölkerung tagtäglich ausgesetzt war, werden fast beiläufig erwähnt – wirkten dadurch auf mich aber umso intensiver. Trotzdem hätte ich gerne etwas mehr über die Bürgerrechtsbewegung erfahren, mit der Niecy in Atlanta in Berührung kommt.
Insgesamt ist es eine bewegende Geschichte aus einer schrecklichen Zeit, die nicht in Vergessenheit geraten sollte.


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